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Meinung zu „The Wrestler“

Veröffentlicht: Juni 19, 2010 von Big CHB in Filme

Gestern war ein seltsamer Tag: Zuerst ein Termin beim Arzt, dann das verlorene Spiel der Deutschen gekuckt und hinterher recht zeitig eingepennt.

Um Mitternacht aufgewacht und sich nun gefragt, was man machen sollte. Am Ende bekam der Film von Darren Aronofsky(„π“,“Requiem for a Dream“) mit dem Titel „The Wrestler“ meine Aufmerksamkeit. Als ehemaliger Wrestlingfan war für mich die Materie besonders interessant.

Es geht in dem Drama von dem hochgelobten und in „Independent-Kreisen“, sowie in Hollywood, beliebtem Regisseur und Autor um einen abgehalfterten Wrestler, der seine besten Zeiten längst hinter sich hat. Die Figur Randy „The Ram“ Robinson ist durch seinen Erfolg in den 80er Jahren durchaus mit der Wrestling-Ikone Hulk Hogan zu vergleichen, wenngleich Hogan nicht derart abgesackt zu sein scheint.
„The Ram“ muss sich mit Jobs im Independent-Bereich der Wrestlingszene und in einem Supermarkt über Wasser halten. Dazu kommt, dass sein Leben einem Wrack ähnelt: Seine Tochter will nichts von ihm wissen und der einzige echte Kontakt zu einem Menschen besteht darin, dass er sich von seiner Lieblingsstripperin einen Lap-Dance verpassen lässt.
Nach einem Herzinfarkt beschließt er etwas zu ändern: Er versucht sich seiner Tochter und der Stripperin Cassidy zu nähern. Außerdem scheint er seinen geliebten Wrestling-Beruf an den Nagel zu hängen.

Die Geschichte begeistert nicht zuletzt durch die Erzählweise von Aronofsky, die alles in einer Art Pseudo-Dokumentation darstellt. Sämtliche Szenen wurden mit Handkameras gedreht und im Making Of verrät der Regisseur, dass sie kein Storyboard erstellt haben(!!!) und Rourke, der „The Ram“ spielt, viel improvisieren durfte.

Die Schauspieler, allen voran Mickey Rourke, sind grandios besetzt, die Geschichte kann überzeugen und wird durch Aronofsky super erzählt. Dennoch unterscheiden sich seine bisherigen Filme Pi und Requiem for a Dream(The Fountain habe ich nicht gesehen) drastisch von The Wrestler. Sowohl in der Geschichte, der Erzählweise und den einzelnen Kameraeinstellungen.
Seine Liebe zu der Bodymount-Cam kommt genauso wenig vor wie die berühmte „Hip Hop Montage“, die er ansonsten immer verwendete.

Ich kann euch diesen Film nur wärmstens ans Herz legen. Er wird euch begeistern – auch wenn ihr mit Wrestling gar nichts anfangen könnt.