Archiv für die Kategorie ‘reflecting Darko’

Ignorama

Veröffentlicht: September 2, 2010 von Big CHB in reflecting Darko

Ignoranz ist die Tugend des bürgerlichen Sarazinverehrers. Wobei diesen noch viel mehr auszeichnet als pure Ignoranz – aber das ist ein anderes Thema.

Viele lassen sich von der Oberfläche blenden und sind damit glücklich und zufrieden. Ich versuche meistens bewusst abstrakt und allgemein zu formulieren – lyrisch und elegant. Anscheinend können einige nicht meine Texte nehmen wie sind – sie beleuchten sie im Kontext meiner Person. Den meisten von euch ist diese aber nur als eindimensionale Clownsfigur bekannt. Und dieser Zusammenhang scheint für kurzsichtige Zeitgenossen unter euch schwierig zu verstehen zu sein.

Konkret bedeutet das, dass ich von euch sehr liebes und positives Feedback, sowie konstruktive Kritik bekommen habe.
Dennoch verstehen die Ignoranten nicht, dass ich in mir eine kreative Seite, einen Künstler, habe. Ich bringe teilweise hier echte Gefühlsregungen in den Blog ein und versuche sie oft in lyrisches Gewand zu packen. Dabei entstehen, liebe Ignoranten, auch gewisse künstlerische Freiheiten.

Dennoch muss ich hierbei festhalten, dass die Zahl der Ignoranten, die das hier lesen, verschwindend gering ist. Gott sei Dank!

Falls sich doch mal einer hier her verirrt, konnte ich ihm hoffentlich klar machen, dass es mir um mehr als bloßen Inhalt geht. Es dreht sich auch um Inspiration, Interpretation – etwas anzustoßen und lyrisch auszudrücken. (Natürlich nicht bei jedem Eintrag!)

Oder um es abzukürzen: Mir geht es super!

P,S.: Die lyrische Qualität meiner Einträge darf durchaus kritisch hinterfragt werden. Nur muss man den Ignoranten erst die Tatsache vor den Kopf knallen, dass es sich dabei um einen Versuch Kunst zu schaffen handelt – nicht mehr und nicht weniger.

Das Gefühl der inneren Leere ist eine Form der chronischen Depression, so als trauere man ständig um den Verlust des eigenen, wahren Selbst.
John Bradshaw, Das Kind in uns

Vor allem der letzte Teilsatz erschließt sich mir vollkommen: „so als trauere man ständig um den Verlust des eigenen, wahren Selbst“.  Ich weiß nicht, ob man das wirklich nachvollziehen kann ohne es selbst jemals gespürt zu haben – ich denke schon. Denn auf der Suche nach sich selbst ist jeder von uns. Es beginnt (und endet günstigenfalls) in der Pubertät. Leider ist der oft schmerzerfüllte und erkenntnisreiche Prozess des Ich-Findens nicht einfach vorbei und verschwindet dann in den Ruhestand – nein, er kommt wieder.  In meinem Fall ist es ein ständiger innerer Kampf um sich selbst treu zu bleiben und dennoch alles irgendwie so hinzukriegen, dass es verträglich wird.
Das alles dient jedoch immer dem großen Ganzen: dem großen Problem der individualistischen, aufgeklärten Gesellschaft – sich selbst sein – in der reinsten und aufrichtigsten Form! Über diese Erkenntnis sollte man doch dann auch das Glück erlangen, von dem die ganze Menschheit träumt.

„Glück ist das Zusammentreffen von Phantasie und Wirklichkeit.“
Alexander Mitscherlich (1908-82)

Für einen von fantasiel(i)ebenden und -trachtendem Menschen wie mich eine wahrhaftige Vorstellung. Dennoch trifft diese Aussage, meiner Meinung nach, auf alle zu. Denn ich verstehe hier Phantasie nicht als die naive Vorstellung eines Reiches von Zwergen und Hobbits, sondern die Gedankengebäude innerhalb unseres seelischen Wohlbefindens. Sprich: Jeder hat eine Vorstellung von sich selbst, eine Sichtweise, die er gerne erfüllt sehen würde. Der Eine wäre gerne ein hochintellektueller Halbphilosoph und der Andere ein ausgebuchter Pornodarsteller – der Dritte möglicherweise alles zusammen. Nur wenn diese Art von Phantasie mit der Wirklichkeit zusammentrifft kann das glückliche Seelenleben stattfinden. Dabei spielt die objektive Wirklichkeit keine Rolle, sondern es zählt die Wahrnehmung dessen.

„Phantasie ist unser guter Genius oder unser Dämon.“
Immanuel Kant(1724 – 1804)

In diesem Zusammenhang muss man die Aussage des großen Kant unterstreichen: Anspruchsvolle, verrückte oder wahrnehmungsgestörte, sowie unrealistische Fantasien, die wir auf uns projizieren, sind für unsere innere glücklich-unglücklich Waage Gift. Ich bin ein fantasievoller, kreativer Mensch(ja, wirklich!) und für meine Arbeit als Geschichtenschreiber oder für Videoprojekte mag das wunderbar sein – es ist sogar fantastisch. Aber wenn die Fantasie sprudelt hat das auch die Schattenseiten, die ich gerade aufgezählt habe.

„I know its raining baby
I am stripped of all my pride
I stand here at your door
Sick of all the lies
Forget about the past
Forget about the guilt
I am going back to the house
That love built“
Tito Larriva

Wenn Sie es können, wenn ihr es könnt, wenn ich es kann: steckt eure Pfote in die Hose und bleibt locker. Der gute Tito hat Recht(auch wenn dies aus dem Kontext gerissen ist): Vergesst die Vergangenheit, vergesst eure Schuld(die ihr möglicherweise euch selbst gegenüber aufgebaut habt) und geht dorthin zurück, wo man euch mag. Geht zu dem Haus, dem Platz, das Liebe aufgebaut hat – euch gegenüber oder einer Sache gegenüber, die ihr sehr gerne habt. Entspannt euch und überarbeitet euer Selbstbild.
Macht euch nicht zu viel Druck. Wenn ihr was auf dem Kasten habt, dann kommt das früher oder später raus. Lasst die Wirklichkeit Fantasie werden und umgekehrt! Dann wird die Zukunft rosig sein.Denn das Wichtigste ist doch ….   hmmm nein, das sage ich nicht selber. Die wichtigste Aussage im Zusammenhang mit Zukunft tätigte vor einiger Zeit der wohl größte Philosoph unserer Zeit:

Das bedeutet, dass deine Zukunft bis jetzt noch nicht geschrieben ist! Wie bei allen Menschen. Deine Zukunft ist immer das, was du daraus machst! Also gebt euch ein bischen Mühe
Dr. Emmet Brown, aus Zurück in die Zukunft III

„Wer sagt, dass Zufriedenheit eine tolle Sache ist, sollte wissen, dass jene, die zufrieden sind, aufhören, kreativ zu sein.“
Schimon Peres

Chey Darko: Anker

Veröffentlicht: Juli 6, 2010 von cheydarko in Persönliches, reflecting Darko
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Wikipedia: „Ein Schiffsanker ist ein Gerät, um ein Wasserfahrzeug auf Grund oder auf Eis festzumachen; diesen Zustand nennt man Ankern. Anker halten aufgrund ihres Gewichtes und ihrer Form.“

Im positiven Sinne halten uns Anker fest, sie geben uns halt. Anker halten uns auf dem Boden – sie sind der Fixpunkt in der Strömung des Lebens.
Das negative Bild des Ankers: Er zieht uns runter. Er lässt uns nicht frei. Wegen ihm müssen wir verweilen.
Ich wette, dass jeder von euch(man erlaube mir euch zu duzen) so etwas hat.

Heute, um genau zu sein erst vorhin, habe ich mir Bilder für ein Webprojekt auf meinem iMac angesehen. Dabei bin ich auf einen Ordner gestoßen, der des Dämonen Namen trägt. Dieser Dämon – nennen wir sie Luxuria – war wahrscheinlich über dem gesamten letzten Jahr mein Anker. Ich kann es wirklich gar nicht so genau sagen, weil ich mich immer verschlossen habe und die Truhe zu meinen Gefühlen als Büchse der Pandora verstanden habe. Zumindest in diesem speziellem Fall. Also weiß ich nicht ab wann bzw. wie lange Luxuria meine persönliche Aphrodite, mein Anker war. Unterbewusst wahrscheinlich schon länger. Ist schon seltsam, dass man sich selbst so anlügen kann. Um findige Googler unter euch zuvor zu kommen: Ja der Name Luxuria bezieht sich auf die katholische Todsünde der Wollust. Aber ich empfand mehr als das. Viel mehr. Aber da ich genau wusste, dass dies nur auf meiner Seite so war, wurden meine Gefühle wieder in die Büchse gesperrt. Jedoch wurde auch Luxuria dennoch ein Anker. Und bei dieser Suche nach Bildern bin ich über ihre gestossen.

In meinem Fall muss man sagen – wer es noch nicht von alleine schlussfolgern konnte, dass ich die negative Variante auszuhalten habe bzw. hatte. Gott sei Dank ist mein Tau, das den Anker am Schiff meines Lebens hielt, schon durchschnitten. Aber irgendwie trudelt man doch immer wieder über die Stelle, an der uns der Anker gehalten hatte. Verblüffend.

Als ich die Bilder gesehen habe, hatte ich ein wohltuendes, warmes und zugleich ein wehmütiges Gefühl. Doch sie brachten mich augenblicklich zum Lächeln. Ein Anker bleibt wohl immer da, auch wenn das Tau schon durchschnitten ist – schließlich liegt das gewichtige „Gerät“ noch auf dem Meeresboden.

Wir brauchen Anker. Sie respektieren uns. Sie mögen uns. Sie helfen uns. Wir lieben sie – egal ob auf eine platonische, geschwisterliche oder erotische Art und Weise.
Wir müssen nur aufpassen, dass sie nicht ihr negatives Gesicht zeigen.

Ich wünsche euch und mir nur gute Bekanntschaften, Freundschaften und Liebeleien – also welche, die uns weiter bringen. Dazu müssen wir auch manchmal runter gezogen werden.

Chey Darko: normal

Veröffentlicht: Juni 29, 2010 von Big CHB in reflecting Darko

Es gibt kaum ein Wort das in seiner Simplizität und Glorifizierung so weitreichende und bedeutungsschwangere Folgen haben kann wie „normal“ bzw. „normal sein“.
Eltern haben den Wunsch, dass Kinder „normal“ werden, dass sie ein normales Leben führen. In der Pubertät – sowie davor und meistens auch danach – haben wir den Wunsch zugehörig zu sein – ein Teil eines Kollektivs zu sein oder respektive zu werden. Dieses Gefühl, das in der Pubertät überdurchschnittlich stark ausgeprägt zu sein scheint, kontrolliert sogar teilweise unsere Handlungen und scheint unser Denkvermögen zu blockieren. Dieses Verhalten ist so weit verbreitet und allgemein „akzeptiert“, dass sich der dadurch entstehende Begriff Gruppenzwang umgangssprachlich etabliert und eingebürgert hat. Jeder kennt aus seiner eigenen Historie Situationen, in denen er dem Gruppenzwang unterlegen war. Man will zu der Gruppe gehören, also macht man was die Gruppe will. Die Gruppe bestimmt die Standards, legt die Werte fest – sie bestimmt was „normal“ ist.

In einem größeren Rahmen gesehen bedeutet das, dass die Gesellschaft bestimmt was normal ist und was nicht. Durch die Interaktion der Menschen, der Erziehung, der sozialen Umgebung und durch den Kulturkreis werden verschiedene Werte vorgegeben und von uns verinnerlicht.
Es ist beispielsweise nicht „normal“, dass man die Nacht über arbeitet oder aufbleibt.
Es ist nicht normal, dass man mehr Zeit am Computer verbringt als mit echten Menschen.
Es ist nicht normal anders auszusehen.
Die Liste kann man beliebig weiterführen.

Die Menschen haben Angst anders zu sein. Ich denke jeder hat das am eigenen Leib schon erfahren, sei es durch ein eigenes Gedankengebilde oder durch Außenstehende. Es ist schlichtweg bemerkenswert wie viel gerade alte, konservative Kräfte und Menschen Wert auf ein „normales“ Da-Sein legen. Wie sehr sich Eltern wünschen, dass ihr Kind normal wird. Und wie wenig sich das legt. Warum ist das eigentlich so?

Die Menschen, die uns bewegen und die viel bewegt haben, sind anders. Man muss ja nur auf die sogenannten „Nerds“ schauen: Ein Bill Gates oder ein Steve Wozniak sind die Prototypen eines Selbigen. Diese Menschen haben durch ihre Obsession für die Technik und dem eigenen Erfolg die letzten Jahrzehnte maßgeblich mitbestimmt. Durch sie hat der Computer in unser aller Leben Einzug gehalten. Wenn man die Jungs auf Fotos sieht(von damals) ist jedem auf dem ersten Blick klar: „Die sind nicht normal.“ Doch warum?
Oder nehmen wir Künstler, die uns wirklich inspirieren. Schriftsteller arbeiten oft anders als „normale“ Menschen, arbeiten in der Nacht oder sehr chaotisch, hören laute Musik oder arbeiten sehr zurückgezogen. Richtige Regie(pseudo)künstler wie David Lynch inspirieren durch ihre Einstellungen, sprich Bilder, oder durch ihre Geschichte oder Intention. Lynch ist bekannt dafür, dass er sich zuerst Bilder ausdenkt und dann eine spannende, sowie zum nachdenken-anregende, oft „lückenhafte“ Geschichte ausdenkt. Ein sehr bekanntes Beispiel dafür dürfte Tim Burton sein, der Hollywood und „Kunst“ zu vereinen versucht. Es sind solche Leute, die uns inspirieren und weiterbringen und nicht ein Michael Bay, der zwar durch actiongeladene Explosionsarien auf den Bildschirmen durchaus unterhalten kann, aber keineswegs zum Nachdenken anregen kann. Schon alleine durch etwaige, berühmte Fotografien kann Max Mustermann feststellen, dass Tim Burton und David Lynch anders aussehen (und sich anders geben) – Michael Bay hingegen hinterlässt einen eher schlichten und „normalen“ Eindruck .

Es sind die Leute, die nicht normal sind, die uns vorwärts bringen. Forscher, Künstler und Extrovertierte bescheren uns Fortschritt, Bequemlichkeit, Faszination und vieles mehr. Und wir wollen normal sein?

Chey Darko: Laufen

Veröffentlicht: Juni 25, 2010 von cheydarko in reflecting Darko

Kennt ihr das?

Linien verschieben sich. Freunde werden zu Feinden. Aus schwarz wird weiß.

Kennt ihr das?

Manchmal will man einfach nur laufen. Weit weg laufen. Wohin? Egal.

Kennt ihr das?

Die Luft wird weniger, die Hände werden taub, Panik kriecht hoch. Doch diesmal nicht. Ich lasse es nicht zu.
Am Ende stellt sich doch wieder heraus, dass ich alleine bin. Sogenannte Freunde sehe ich vielleicht einmal in 3 Monaten, sie haben keine Ahnung wie es in mir aussieht. Familie? Macht Druck!
Jetzt sollte eigentlich die Luft weniger werden, die Hände sollten taub werden, Panik sollte hoch kriechen. Es passiert nicht. Warum? Ich bin stärker. Ich brauche niemanden. Freunde oder gar Seelenverwandte sind schön und auf Dauer durchaus notwendig.Man kann sie aber nicht bestellen. Es geht auch ohne. Es muss auch ohne gehen.

Wahrscheinlich liegt es an mir. Ich bin die einzige Konstante.

Das einzige was diese Leere hinterlässt ist Traurigkeit.

Kennt ihr das?

Ich hoffe nicht.
Es geht um Freiheit, Unabhängigkeit und Druck. Einfach auf sein Pferd steigen, durch die Wüste reiten und in der nächsten Stadt ein neues Leben beginnen. Hier bin ich John Marston, dort bin ich Randy Robinson. Vielleicht erschieße ich den Ladendieb oder er erschießt mich. Es gibt hier nur das weite Land, die Freiheit und Mut.
Vielleicht steige ich in mein Auto und fahre los. Vielleicht sollte ich umziehen. Nein, ich muss umziehen. Denn es geht um Freiheit, Unabhängigkeit und Druck.

Kennt ihr das?

Ich hoffe nicht.
Und falls doch: Dann lauft los. Jetzt oder nie!

Einfach nur laufen.

Chey Darko: Reflexion

Veröffentlicht: Juni 20, 2010 von cheydarko in reflecting Darko
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ACHTUNG: Satire & mehr

Menschen sind seltsame Wesen. Unser Gehirn ist Fluch und Segen zugleich: Es gibt uns die Möglichkeit komplexe und äußerst schwierige Aufgaben zu lösen, wie z.B. ein Auto zu lenken, Wasserstoffbomben zu bauen oder auch einfach mal ordentlich zu kacken. Auf der anderen Seite verpflichtet es uns zu reflektieren – außer man ist glücklicher Träger eines intelligenzresistenten und sauerstoffarmen Denkapparates. Um diese Verzweigung, sprich den Mehraufwand für den Autor, aus dem Weg zu gehen(ich werde hier schließlich auch nicht bezahlt), nehmen wir einfach an, dass alle Kaulquappengehirne, die sich selbst als RTL 2 Zuschauer bezeichnen, nicht existent wären.
Tief einatmen.  ihhhhhhhhh   Und ausatmen.   aaaaaahh
Ist das nicht ein herrliches Gefühl? Endlich gibt es keine Idioten mehr auf dieser Welt. Und schlagartig würde die Anzahl der Amokläufe sinken. Und das überfüllte Deutschland wäre mit den nun 2 verbliebenen Einwohnern auch nicht mehr so überbesiedelt.

Alle, die unser Gedankenexperiment überlebt haben, können sich nun auch zu den „Reflektoren“ zählen. Und nein, ich meine nicht diese Dinger, die am Fahrrad angebracht sind.
Jeder, der seine grauen Zellen halbwegs benützt, kommt des Öfteren in seinem Leben an einem Punkt, an dem man inne hält. Man muss zurück blicken und rausfinden wer man eigentlich ist. Wo man steht. Was einen ausmacht. Und als man dieses Martyrium endlich hinter sich gebracht hat, fährt das Organ namens Gehirn erst seine großen Geschütze auf: Es fragt dich, wie es weitergehen soll. Bei diesen unangenehmen Fragen, schlechter Software und hässlichem Aussehen kann das rosa-rote Höllenteil nicht von Apple designed worden sein. Denn wenn es von Apple wäre, wäre das Gehirn hinter Glas und in schwarz oder weiß erhältlich. Außerdem könnte es seit neuestem Face Time. Nein, der Beelzebub himself muss unter den göttlichen Konstruktionsplänen des Menschen auf dem Bauplan des Gehirns ein oder zwei Veränderungen vorgenommen haben. In der Mittagspause des Herrn hat sich der Kleene ins Construction Center im Himmel geschlichen und seine teuflischen Veränderungen im Plan eingetragen. Got sei Dank – im wahrsten Sinne des Wortes – hat unser aller Vater noch bemerkt, dass der Antichrist den Frauen auch noch die Brüste rauben wollte! Zum Glück hat die Lichtgestalt(nein, nicht Beckenbauer!) diesen Fehler noch während des Produktionsprozesses bemerkt und behoben.

„Denn da ist keine Stelle, die du nicht siehst. Du musst dein Leben ändern.“

Diese berühmten Sätze von Rilkes Apollo haben viele Leben berührt und geändert. Nur bei Anblick einer Statue verspürte Rilke den Drang etwas ändern zu müssen.
Vor allem durch diese neue Mediengesellschaft werden wir in Richtungen gedrängt: Wir sind umgeben von makellosen Körpern, die alle erfolgreich durch Büros hetzen und von New York nach Frankfurt jetten. Man muss jung, gutaussehend und erfolgreich sein. Doch wer ist das schon alles?

„Du musst dein Leben ändern.“

Noch viel wichtiger: Macht es überhaupt glücklich?
Wir dürfen uns nicht in Schubladen stecken oder in Richtungen drängen lassen. Wir müssen unseren eigenen Weg zum Glück finden.

Das geht nur durch Reflexion.

Chey Darko: Alles Poppen oder was?!

Veröffentlicht: Juni 19, 2010 von cheydarko in Internet, reflecting Darko

ACHTUNG: SATIRE

In einer grauen Vorzeit, damals als es noch üblich war mit Menschen „Face-To-Face“ zu sprechen, musste man wirklich noch aus dem Haus gehen.

Wenn man was zum anziehen brauchte, musste man in ein Geschäft gehen und es kaufen.
Wenn man ein paar Aliens umlegen wollte, musste man in sein Raumschiff steigen und im Weltall die grünen Pfannkuchen-Hirne Schrot in ihre drei Hintern jagen.
Und wenn man etwas Intim-Nahkampf in unteren Körperregionen wollte, musste man sich tatsächlich schick machen, sich an einen Ort begeben an dem möglichst viele betrunkene Frauen waren und diese durch verbale Höchstleistungen von sich überzeugen. Mit viel Glück konnte man dann am nächsten Morgen neben einer interessanten(=anderes Wort für hässlich) Frau aufwachen, die entweder viel zu jung oder viel zu alt war.

Gott sei Dank leben wir aber nicht mehr in der grauen Vorzeit, sondern in der modernen Internet-Welt, in der alle vernetzt sind und man alles finden kann – solange man lang genug sucht.

Heutzutage muss man sich nicht mehr die Aufregung machen rauszugehen und Mädels anzugraben, wenn man sich untenrum etwas entspannen will. Nein, heute meldet man sich einfach bei einem Fick-Portal an, schaltet seine Cam ein und wartet bis eine Oma oder ein anderes debiles menschliches Fertig-Gericht sich bereiterklärt einem beim gepflegten Abwedeln zuzukucken. Welch wunderbare neue Medienwelt!
Und falls sich dann doch mal ein richtig patentes Mädel auf ein solch widerliches Portal verirrt hat, sucht diese nicht den Durchschnitts-Internetwedler. Die will dann solche Sachen wie Hygiene oder Intimrasur. Manche wollen sogar so etwas wie eine „feste Bindung“ oder „Sympathie“.

Andererseits gibt es auch die notgeilen Spermaschleudern, die auf solchen Portalen auf den Brad Pitt mit einem großem Schullineal in der Hose warten. Leider sind diese bumsfidelen Körbchenträger oft alles andere als das Ebenbild Eva´s, sodass man auch auf weiblicher Seite durchaus mal in den Spiegel kucken und sich fragen darf, was man denn für Ansprüche stellen sollte.

Die Idee eines solchen, ungezwungen Portals ist nicht verwerflich – was einige Menschen daraus machen allerdings schon.

Vielleicht sollte man zur Intimentspannung doch einfach den konservativen Weg wählen und in die Disco des Vertrauens wandern, um dort eine Frau seiner Wahl betrunken und willig zu machen.