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Chey Darko: Anker

Veröffentlicht: Juli 6, 2010 von cheydarko in Persönliches, reflecting Darko
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Wikipedia: „Ein Schiffsanker ist ein Gerät, um ein Wasserfahrzeug auf Grund oder auf Eis festzumachen; diesen Zustand nennt man Ankern. Anker halten aufgrund ihres Gewichtes und ihrer Form.“

Im positiven Sinne halten uns Anker fest, sie geben uns halt. Anker halten uns auf dem Boden – sie sind der Fixpunkt in der Strömung des Lebens.
Das negative Bild des Ankers: Er zieht uns runter. Er lässt uns nicht frei. Wegen ihm müssen wir verweilen.
Ich wette, dass jeder von euch(man erlaube mir euch zu duzen) so etwas hat.

Heute, um genau zu sein erst vorhin, habe ich mir Bilder für ein Webprojekt auf meinem iMac angesehen. Dabei bin ich auf einen Ordner gestoßen, der des Dämonen Namen trägt. Dieser Dämon – nennen wir sie Luxuria – war wahrscheinlich über dem gesamten letzten Jahr mein Anker. Ich kann es wirklich gar nicht so genau sagen, weil ich mich immer verschlossen habe und die Truhe zu meinen Gefühlen als Büchse der Pandora verstanden habe. Zumindest in diesem speziellem Fall. Also weiß ich nicht ab wann bzw. wie lange Luxuria meine persönliche Aphrodite, mein Anker war. Unterbewusst wahrscheinlich schon länger. Ist schon seltsam, dass man sich selbst so anlügen kann. Um findige Googler unter euch zuvor zu kommen: Ja der Name Luxuria bezieht sich auf die katholische Todsünde der Wollust. Aber ich empfand mehr als das. Viel mehr. Aber da ich genau wusste, dass dies nur auf meiner Seite so war, wurden meine Gefühle wieder in die Büchse gesperrt. Jedoch wurde auch Luxuria dennoch ein Anker. Und bei dieser Suche nach Bildern bin ich über ihre gestossen.

In meinem Fall muss man sagen – wer es noch nicht von alleine schlussfolgern konnte, dass ich die negative Variante auszuhalten habe bzw. hatte. Gott sei Dank ist mein Tau, das den Anker am Schiff meines Lebens hielt, schon durchschnitten. Aber irgendwie trudelt man doch immer wieder über die Stelle, an der uns der Anker gehalten hatte. Verblüffend.

Als ich die Bilder gesehen habe, hatte ich ein wohltuendes, warmes und zugleich ein wehmütiges Gefühl. Doch sie brachten mich augenblicklich zum Lächeln. Ein Anker bleibt wohl immer da, auch wenn das Tau schon durchschnitten ist – schließlich liegt das gewichtige „Gerät“ noch auf dem Meeresboden.

Wir brauchen Anker. Sie respektieren uns. Sie mögen uns. Sie helfen uns. Wir lieben sie – egal ob auf eine platonische, geschwisterliche oder erotische Art und Weise.
Wir müssen nur aufpassen, dass sie nicht ihr negatives Gesicht zeigen.

Ich wünsche euch und mir nur gute Bekanntschaften, Freundschaften und Liebeleien – also welche, die uns weiter bringen. Dazu müssen wir auch manchmal runter gezogen werden.

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